In einer Woche geht mein Flug nach Tokyo. Dieses Mal werde ich ein Vierteljahr in Japan verbringen, als Sabbatical. Ich hätte gerne auch dort gearbeitet, meine Firma hat ein Büro in Tokyo. Aber das ist nicht möglich. So werde ich viel Zeit haben für Orientierung jeder Art, Japanisch lernen, reisen – und einfach dort zu leben.

Mein Wohnzimmertisch quillt über vor Mitbringseln, Dokumenten, Reiseapotheke und Kosmetik. Es ist schon etwas anderes, drei Monate fort zu sein anstatt nur drei Wochen. An jedem Tag wird mir bewusster, dass es bald losgeht. Dann muss ich oft unwillkürlich auf die Lippen beißen aus Vorfreude. Es ist dieses Gefühl des Spätsommer und eines neuen Zeitabschnitts, ein wenig wie bei meinem Umzug nach München vor vielen Jahren. Es ist gut, mal wieder etwas zu wagen.

Ich reise und wohne alleine. Liebe Freunde und Bekannte werden mich immer wieder besuchen. Ich freue mich, einen guten Bekannten von der Arbeit in Tokyo wiederzutreffen, dem seit unserem letzten Treffen einiges widerfahren ist. In der Nähe von Osaka habe ich eine wunderbare Brieffreundin, die ich im Oktober besuchen werde. Ich halte allerdings die Erwartung niedrig, viele weitere echte Bekanntschaften zu machen. Dazu ist die Zeit zu kurz, die Japaner zu verschlossen, und ich zu schüchter (und kein Teenie mehr). Aber kurze Gespräche werden trotzdem helfen, die Sprache aufzupolieren. Ich bin z.B. schon auf den ersten Friseurtermin gespannt.

Am Sonntag spiele ich in meiner Heimatgemeinde nochmal Orgel, eine hervorragende Flötistin wird auch mitspielen. Ich freue mich sehr. Allerdings läuft das Bach-Concerto am Schluß noch nicht ganz rund…

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