Ich bin diesmal mit einem großen Koffer und meinem Backpack-Rucksack unterwegs. Letzteren hatte ich bereits bei meiner ersten Japanreise 2010 dabei. Damals reiste ich mit einem Studienkumpel. Wir übernachteten in Hostels und sparten eisern, vor allem am Essen. Denn der Kumpel S., Schwabe und Informatiker, fand wenig Gefallen an teuren Genüssen wie einem Stück rohen Fisch auf Reis. Dafür liebte er es, viele Orte zu besuchen, man sei ja nicht so oft in Japan, da müsse man viel sehen. Das stimmte wohl, aber irgendwann streikte ich doch, denn meine (damals noch jungen!) Füße machten nicht mehr mit. Manchmal muss man sich auch einfach irgendwo hinsetzen können, und die kleinen, einfachen Dinge betrachten. Oder einen Sake trinken, und dann die kleinen, einfachen Dinge betrachten. Doch ich schweife ab.

Koffer und Rucksack schaffte ich über die Stadtbahn (dank Stuttgart 21 ist die S-Bahn, die direkt vor meiner Haustür fährt, über den Sommer nicht einsetzbar) nach Frankfurt. Es war nicht leicht. August-Samstage sind Fußballtage, das habe ich gelernt. VfB-Fans in der Stadtbahn, mit Bier und Schweiß, Mönchengladbach-Fans am Gleis und im Zug, und in Mannheim stieg noch irgendeine Fan-Gattung zu, die ich nicht wirklich identifizieren konnte. Lauthals und müffelnd. Natürlich hatte auch Frankfurt gespielt, dessen Fans standen dann am S-Bahn-Gleis am Flughafen, in der einen Hand einen Kasten einheimischen Biers und Rosen in der anderen Hand, irgendwelche Obszönitäten lallend. Ohne eigenes Bier war das nicht leicht zu ertragen. Ich rätselte über die Rose. und lenkte mich mit Briefe schreiben ab.

All das war vergessen, als ich mein Hotel betrat. Ich kann das Best Western am Frankfurter Flughafen nur empfehlen. Ich war hier bereits vor meinem letzten Japanflug abgestiegen. Die Lobby verströmt einen Geruch wie frischgewaschene Wäsche. Genau diesen Raumduft habe ich definitiv auch schon in japanischen Hotels erschnüffelt. Die Zimmer sind groß und haben eine eigene Küche, die ich bereits ausgiebig genutzt habe fürs Abendessen aus dem Rewe. Ins Restaurant geht’s erst wieder einige Kilometer weiter östlich.

Ich habe noch nicht viel vorbereitet in punkto Planung. Nur die grobe Einteilung September (Nordjapan), Oktober (Sprachkurs, Kansai) und November (Kyushu / Shikoku) gibt es. Ich werde heute Abend und morgen nutzen, um ein wenig Struktur in meine Tage dort zu bringen und einen Plan, oder eher ein Plangerüst aufzustellen. Ich möchte mich gut vorbereiten, damit ich im Sommer die nächste Stufe N2 des JLPT-Sprachtests bestehen kann. Aber auch die Wohnung einrichten für die elf Wochen (und dabei Japanisch sprechen), das nahegelegene Sento („Münzbad“) besuchen, Reisen im Land und möglichst dort auch Japanisch sprechen, essen… Und neue Dinge entdecken. Und Zeit haben, über vieles nachzudenken.

Ich freue mich.

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Der zerknitterte Blogschreiber nach harter Transporttätigkeit.

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1-0-01, Informatiker müssen viel erdulden in Fahrstühlen.

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Hier könnte man auch längerfristig wohnen…

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Geballte 40 Kilo Marschgepäck.

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